Die Konsumerisierung der Gemeindelösungen

Tuesday 28.04.2015 Christian Walter
Christian Walter

Christian Walter ist Geschäftsführer und Redaktionsleiter von swiss made software. Bis Ende 2010 arbeitete er als Fachjournalist für das ICT-Magazin Netzwoche, publizierte zuletzt aber auch im Swiss IT Magazin, der Computerworld sowie inside-it.

Mit publiweb lanciert Ruf Informatik ein Gesamtpaket aus Services und Infrastruktur, das die Produkte GeSoft und WWSoft ersetzt. Ab Mitte 2015 soll die Cloud-Lösung bei ersten Pilotkunden zum Einsatz kommen.

publiweb präsentiert sich ansprechend im neuen Gewand und setzt auf moderne Usability.

Seit drei Jahren investiert Ruf Informatik in eine komplette Neuentwicklung seiner Gemeindelösungen. Mit publiweb erfolgt ein Neustart basierend auf Microsoft-Technologien, der die bisherigen Lösungen GeSoft und WWSoft ersetzen soll. Zugang erhält der Nutzer über einen HTML5-Client. Drei Elemente bilden das Herz der Neuentwicklung: Bedienerfreundlichkeit, Integrationsfähigkeit, Prozessorientierung.

Letzteres ist zwar nicht neu, aber gerade softwaretechnisch noch nicht in jeder Gemeinde angekommen. «Früher entwickelten einzelne Punkte im Organigramm Lösungen, ohne an andere zu denken. End-to-end-Prozesse standen nicht im Vordergrund. Und obwohl es zahlreiche Updates gab, verlor die Software nie ganz diese ursprüngliche Prägung», so Micha Brandenberger, Entwicklungsleiter bei Ruf Informatik.

Keine Module mehr

Die Neuauflage macht damit Schluss. In einem ersten Schritt wurde die Logik des Einwohnerregisters dupliziert. Weitere Module werden folgen. Jedoch werden allein mit dem Einwohnerregister schon knapp 30 Prozent aller bisherigen Funktionalitäten übernommen. Für die Übergangszeit gibt es eine Verbindung mit der alten Software. Am Ende wird das Modulprinzip auf der Strecke bleiben. Der Kunde kauft dann nur noch einzelne Prozesse – sogenannte Apps. Diese heissen Umzug, Personen, Eheschliessung oder Cloud Printing. Angezeigt werden sie auf dem Dashboard, dem zentralen Bedienelement der neuen Lösung. Dieses ist individuell anpassbar. Ein weiteres Element ist die sogenannte WorkList. Hier werden alle eine oder einen bestimmten Mitarbeitenden betreffenden aktuellen Prozesse aufgelistet. Schliesslich gibt es auch eine Ansicht mit Namen Parking. Einmal unterbrochene Prozesse werden hier bis zur Wiederaufnahme zwischengelagert. Möglich ist dies, da publiweb kein manuelles Speichern mehr kennt. Alle Eingaben werden automatisch gesichert. So geht kein Schritt mehr verloren, und ein Wechseln zwischen verschiedenen Tätigkeiten bedingt keinen Neuanfang.

Die Protokollierung aller Systemveränderungen lässt sich ausserdem in einer Personen-Timeline genau zuordnen. Damit ist immer klar, wer was gemacht hat. Gleichzeitig werden so gesetzliche Auflagen zur Nachvollziehbarkeit erfüllt.

Kantone im Visier

Eine weitere Stärke von publiweb ist die Integrationsfähigkeit. Die neue Plattform kann mit Subsystemen kommunizieren und Daten austauschen. Der Überwachung des Datenverkehrs dient ein Message Center. Dieses protokolliert sämtliche Rückmeldungen aus anderen Systemen (beispielsweise GERES). Müssen im Geschäftsfall Korrekturen vorgenommen werden, führt das System direkt zum verknüpften Fall.

Mit 28 Prozent Marktdurchdringung bei kleinen und mittleren Gemeinden hat Ruf eine solide Marktposition für die Neueinführung inne. Mit publiweb will man jetzt aber zusätzliche und auch kantonale Verwaltungen angehen.

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