KI-Kompetenzen im Unternehmen aufbauen: Grundlagen, Training und Umsetzung

Donnerstag 22.01.2026

Im Lager setzt sich einfach irgendwer auf den Gabelstapler und fährt los, Sicherheitsregeln hin oder her. Und in der Produktion steuert eine ungeschulte Aushilfe nebenbei eine komplexe Anlage. Jede Person im Unternehmen erhält sofort vollen Zugriff auf Ihr SAP-System, ganz ohne Einweisung, ohne Rechtekonzept, ohne Verantwortung. Allein beim Gedanken daran entsteht Unbehagen.

Genau dieses Bild beschreibt den aktuellen Umgang mit Künstlicher Intelligenz in vielen Unternehmen. KI-Tools texten, entscheiden, priorisieren, bewerten Daten – doch zahlreiche Mitarbeitende nutzen sie ohne Schulung, ohne klare Leitplanken, ohne Bewusstsein für Risiken. Für SAP, Stapler und Maschinen existieren Qualifikationen, Sicherheitskonzepte und Trainingsprogramme. KI erhält dagegen oft einen Freipass.

Damit entsteht ein gefährlicher Widerspruch: Auf der einen Seite enorme Potenziale für Effizienz, Qualität und Innovation, auf der anderen Seite Fehlentscheidungen, Datenlecks und rechtliche Unsicherheit. Der gezielte Aufbau von KI-Kompetenzen im Unternehmen löst diesen Widerspruch auf. Wer KI-Kompetenz systematisch verankert, schützt Daten, stärkt Entscheidungen und entwickelt KI vom Experiment zum echten Wachstumstreiber. In diesem Beitrag lesen Sie, wie Sie genau das erreichen.

KI-Weiterbildung als strategischer Wettbewerbsfaktor

Ob Texterstellung, automatische Meeting-Notizen oder kreative Ideenfindung: KI-Werkzeuge prägen den Arbeitsalltag immer stärker. Parallel dazu fehlt in vielen Organisationen noch das nötige Know-how. Weltweit nutzen zahlreiche Unternehmen bereits KI-Technologien, gleichzeitig bewertet ein grosser Teil mangelndes Wissen intern als wichtigste Hürde bei der Einführung. Nur eine Minderheit verfügt über klare Richtlinien, definierte Zuständigkeiten und verbindliche Vorgaben für den sicheren KI-Einsatz.

Ohne strukturierten Aufbau von KI-Fähigkeiten bleiben Potenziale ungenutzt, während Risiken wachsen – beispielsweise durch Fehlentscheidungen, Sicherheitslücken oder den Abfluss sensibler Daten. Mitarbeitende brauchen ein klares Verständnis dafür, wie KI arbeitet, welche Resultate verlässlich gelten und wo Grenzen sowie Gefahren entstehen. Die EU-KI-Verordnung erhöht den Handlungsdruck zusätzlich: Ab August 2026 steht der Nachweis ausreichender KI-Kompetenz der Mitarbeitenden auf der To-do-Liste der Unternehmen.

KI-Schulungskonzept planen: Vom Einzelworkshop zur Lernstrategie

Ein nachhaltiger Aufbau von KI-Kompetenzen entsteht nicht durch das Vorstellen einzelner Tools oder vereinzelte Workshops. Unternehmen verankern KI-Weiterbildung in einer durchdachten Lernstrategie, die Unternehmensziele, Kultur und Personalentwicklung konsequent einbezieht.

Strategische Ausrichtung der KI-Weiterbildung

KI-Trainings leisten einen messbaren Beitrag zur Unternehmensentwicklung, wenn Ziele und Kennzahlen klar definiert sind. Dazu gehören:

  • Quantitative KPI wie Nutzungsintensität neuer KI-Tools oder verkürzte Durchlaufzeiten in Prozessen
  • Qualitative Indikatoren wie besseres Prozessverständnis, höhere Entscheidungssicherheit oder gesteigerte Zufriedenheit im Team

So entsteht eine Weiterbildung, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern direkt auf Produktivität, Qualität und Innovation im Unternehmen einzahlt.

Technologien als Fundament: LMS und Autorentool

Ein leistungsfähiges Learning Management System (LMS) bildet das Rückgrat der KI-Weiterbildung. Es bündelt sämtliche Lerninhalte, dokumentiert individuelle Lernfortschritte und weist Schulungen gezielt bestimmten Rollen, Funktionen oder Teams zu.

Da sich KI-Technologien rasant weiterentwickeln, spielt ein flexibles Autorentool eine zentrale Rolle. Inhalte passen sich damit jederzeit intern an, ohne externe Dienstleistende einbinden zu müssen – ein entscheidender Vorteil in einer dynamischen KI-Landschaft. Besonders sinnvoll wirkt eine Lösung, die wahlweise mit oder ohne KI-Unterstützung Inhalte generiert, damit sensible Kursinformationen geschützt bleiben.

Lernkultur verankern

Technische Fähigkeiten allein verankern KI nicht nachhaltig im Unternehmen. Erfolgreiche Planung berücksichtigt auch die kulturelle Dimension. Eine Lernkultur, die Neugier, Offenheit und kontinuierliche Weiterentwicklung stärkt, schafft die Basis für verantwortungsvollen KI-Einsatz.

Unternehmen integrieren KI-Schulungen konsequent in bestehende Fach- und Führungstrainings. So wird KI-Kompetenz Schritt für Schritt zu einem festen Bestandteil der Personalentwicklung und nicht zu einem isolierten Spezialthema.

Inhalte und Schwerpunkte für wirksame KI-Trainings

Der erfolgreiche Einsatz von KI im Unternehmen startet mit einem gemeinsamen Grundlagenverständnis. Mitarbeitende benötigen Klarheit darüber,

  • wie KI-Systeme funktionieren
  • welche Daten Ergebnisse prägen
  • wo die Grenzen der Technologie liegen

Dazu gehören auch Kompetenzen in den Bereichen Datenschutz, Governance und sichere Nutzung von KI-Tools. Wer Chancen und Risiken von KI versteht, bewertet Resultate realistischer und setzt KI verantwortungsvoll im Arbeitsalltag ein.

Darauf aufbauend rückt die anwendungsorientierte Praxis in den Fokus. Zentrale Fähigkeiten:

  • Prozesse identifizieren, die sich für KI eignen
  • passende Tools auswählen und bewerten
  • Ergebnisse kritisch prüfen und gezielt verfeinern

Rollenbasierte Trainings vertiefen dieses Wissen:

  • Marketing-Teams nutzen KI beispielsweise zur automatisierten Inhaltserstellung oder für Kampagnenideen.
  • Entwicklungsteams analysieren komplexe Daten mit KI-Unterstützung und leiten daraus optimierte Entscheidungen ab.

Zusätzlich profitieren bestimmte Rollen von vertieftem Know-how im Umgang mit unternehmensspezifischen KI-Lösungen, etwa internen Assistenten oder fachspezifischen Modellen.

KI-Trainings erfolgreich implementieren

Der Erfolg von KI-Trainings hängt stark von klaren Prioritäten ab. Anstatt ein möglichst breites Kursportfolio aufzubauen, starten Unternehmen mit wenigen, aber praxisnahen und relevanten Themen.

Ein sinnvoller Ansatz:

  • Fokus auf Schlüsselrollen oder Teams mit hoher KI-Nutzung
  • Aufbau von Multiplikatoren, die ihr Wissen aktiv ins Unternehmen tragen und den weiteren Rollout unterstützen

Bei der Auswahl der Inhalte steht stets im Vordergrund, dass Schulungen

  • die Entwicklung von KI-Kompetenz messbar voranbringen
  • die direkte Anwendung im Arbeitsalltag fördern

So entsteht aus theoretischem Wissen echte Handlungskompetenz, die Mitarbeitende unmittelbar in Projekten, Prozessen und Entscheidungen nutzen.

Lernformate kombinieren: e-Learning, Workshops und Blended Learning

Um die KI-Reife im Unternehmen nachhaltig zu steigern, spielt die passende Mischung an Lernformaten eine Schlüsselrolle.

  • e-Learnings eignen sich ideal für Grundlagen, Compliance-Themen und standardisierte Inhalte. Sie skalieren problemlos, unterstützen mehrere Sprachen und funktionieren unabhängig von Standort oder Teamstruktur.
  • Für komplexere Fragestellungen bieten sich Workshops und praxisorientierte Sessions an. Dort üben Mitarbeitende den Umgang mit KI-Tools aktiv und klären individuelle Anwendungsfälle.

Besonders wirksam zeigt sich ein Blended Learning-Ansatz:
Die Theorie vermittelt ein digitales Format, während der Praxistransfer in interaktiven Trainings, Live-Sessions oder begleiteten Übungseinheiten stattfindet. So bleibt Wissen nicht abstrakt, sondern verankert sich direkt im Arbeitskontext.

Praxistransfer gezielt stärken

Am stärksten wirken KI-Trainings, wenn sie reale Use Cases aus dem eigenen Unternehmen oder der Branche integrieren. Dadurch entsteht ein direkter Bezug zum Alltag der Teilnehmenden.

On-the-Job-Trainings verbinden den Einsatz interner KI-Tools unmittelbar mit aktuellen Projekten und Aufgaben. Mitarbeitende lernen im realen Arbeitsumfeld, wenden das neue Wissen sofort an und erleben unmittelbar, wie KI:

  • Prozesse vereinfacht
  • Qualität erhöht
  • Routinetätigkeiten entlastet

So wächst aus punktuellen Schulungen eine lebendige KI-Kompetenz im Unternehmen – mit Mitarbeitenden, die KI verantwortungsvoll, sicher und wertschöpfend einsetzen.

 

 

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