Update swiss hosting
Mit fast 400 Unternehmen, die das Label swiss hosting aktiv nutzen, zieht swiss made software eine positive Zwischenbilanz für die Initiative, die das Thema «Digitale Souveränität» bereits vor 7 Jahren mit ihrer Lancierung ins Zentrum stellte.
> Launch swiss hosting und Digitale Souveränität
Allerdings gibt es auch Schattenseiten. So zum Beispiel die anhaltenden Verkäufe Schweizer Hosting-Anbieter ins Ausland. Auf der einen Seite ist dies «Business as usual» und legitim; auf der anderen Seite ist wegen den aktuellen geopolitischen Entwicklungen «Business as usual» eben auch nicht mehr ganz «Business as usual». So reduziert das Abwandern von Schweizer Hosting-Anbietern an ausländische Mehrheitseigner die digitale Souveränität unseres Landes.
Zur Unterstreichung des Vertrauens in das Label «swiss hosting», werden wir künftig eine Liste von Firmen veröffentlichen, die das Label aufgrund eines Verkaufs an ein ausländisches Unternehmen abgeben mussten. Swiss made software verpflichtet alle Hosting-Unternehmen, die das Label abgeben, dies transparent an ihre Kunden zu kommunizieren. Dies ist in der aktuellen Iteration des swiss hosting-Vertrags ausdrücklich so vorgesehen. Dennoch stellen wir immer wieder fest, dass eine entsprechende Information an Software-Anbieter und Kunden unterbleibt oder nicht wahrgenommen wird. Vor allem bei Hostern und Cloud-Anbietern ist die Information wichtig, da diese zahlreiche Kunden haben, die wiederum ihre eigenen Angebote mit dem swiss hosting-Label auszeichnen können. Wenn sich der Hoster nicht mehr für das swiss hosting-Label qualifiziert, muss auch der Software-Anbieter dieses entfernen.
In diesem Rahmen informieren wir auch über den Verlust des Labels durch die Firma Threema. Dies, da es sich um einen speziellen Fall handelt, der in dieser Form noch nicht vorgekommen ist. Im Januar 2026 erfuhr swiss made software über den Verkauf von Threema an die deutsche Investitionsgesellschaft Comitis Capital. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass die neuen Investoren die Mehrheitsbeteiligung von einer vorherigen Investorengruppe AFINUM übernommen haben. Dabei stellte sich heraus, dass Threema beim Antrag auf Labelerteilung im Jahr 2024 die Beteiligung der damaligen deutschen Firma AFINUM verschwieg und dennoch den Vertrag unterschrieb, obwohl in diesem ausdrücklich bestätigt wird, dass das Unternehmen zu mindestens zwei Dritteln in Schweizer Besitz ist. Threema wurde nun die Ungültigkeit des Vertrages infolge Täuschung mitgeteilt und aufgefordert, das Label swiss hosting umgehend zu entfernen (swiss made software und swiss digital services werden weiterhin geführt). Das ist mittlerweile erfolgt.